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Kolumne

Sport in Hessen / Sportanlagen in Hessen - Dart goes Wrestling

Dart goes Wrestling

Pfeilwurf ins mediale Zeitalter oder das Gute siegt immer ...

Was ist nur aus dem guten alten Dartspiel geworden? Früher warf man völlig unbeobachtet ein paar Pfeile in der Kneipe, ambitionierte Spieler schlossen sich zu Teams und Ligen zusammen und spielten dann auch mal bei Auswärtsspielen in einer anderen Kneipe.
Aber das war es dann auch schon.

Doch mittlerweile ist Dart „Big Business“. Oder besser noch „Big Show Business“! Am Donnerstagabend marschierte der australische Dartspieler Paul Nicholson beim World Grand Prix in den Ring, äh Entschuldigung, zur Scheibe. Er bahnte sich seinen Weg durch die Menge, vollführte dabei Schattenbox-Übungen mit der Kamera. Dazu sein Outfit: Hemd, Lederschlips, Piloten-Sonnenbrille, Kobra-Tattoo auf dem Unterarm. Begleitet wurde der 32-Jährige „Bad Boy of Dart“ von einer Blondine, die auch schon bessere Tage gesehen hat.

Ein unwissender Zeuge der Szenerie hätte mit Sicherheit auf einen Boxkampf getippt, angesichts des Ballyhoos aber wohl eher auf Wrestling getippt. Mit Grabesmiene wartete Nicholson schließlich vor der Scheibe auf seinen Gegner, Phil „The Power“ Taylor. Als dieser zu „I’ve got the Power“ einmarschierte, wurden tausende Fans plötzlich laut und feierten ihr Idol. Wie beim Wrestling waren die Rollen also klar verteilt.

Die Kontrahenten zerdepperten sich aber nicht Stühle auf dem Kopf oder traten sich mit Anlauf in den Unterleib, nein, sie warfen unterstützt von den Gesängen der Fans Pfeile mit enormer Präzision auf die kleine Scheibe. Und hierbei erteilte Taylor „Bad Boy“ Nicholson eine ziemliche Abreibung. Am Ende siegte also der Gute.
Ähnlich wie beim Wrestling war dieses Ergebnis wenig verblüffend.

Umso verblüffender ist allerdings, was aus dem guten alten Dartspiel geworden ist.

Christian Stüwe

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